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Geschichte


Julius von SodenGut hat er es gemeint, der frisch gebackene Reichsritter Julius von Soden, als er 1784 den kleinen Weiler Sassanfahrt am äußersten Hang des Steigewaldes kaufte. Für den Preis von 54 400 Gulden erwarb er die beiden Dörfer Sassanfahrt und Köttmannsdorf, dazu ein paar Wälder, Seen und Wiesen. Dort wollte er sich niederlassen, literarische Werke schreiben und - so schrieb er optimistisch - er wolle "dem Dürftigen, Heimathlosen, eine friedliche Hütte, Spielraum für seinen Fleiß verschaffen und ihn aus einem schädlichen Gliede der Gesellschaft zum arbeitsamen, nützlichen Staatsbürger umwandeln."


Soweit zur Theorie. Ganz geklappt hat das nicht, denn seine zahlreich ankommenden neuen Untertanen, denen er kleine "Tropfhäuser" baute, verfielen der Armut. Lange Zeit lebten die Sassanfahrter am unteren Ende der Gesellschaft.


Schloss Sassanfahrt um 1930Der Reichsgraf hingegen residierte in seinem Schloss, das auf eine lange Vergangenheit zurückblickte. Sassanfahrt, mit seiner malerischen Lage über dem Regnitztal am Osthang des Steigerwaldes, ist der ersten urkundlichen Erwähnung nach als "Sazenvart" ("vart"= Reise, auch Ankunft, also "Ankunftsort der Sachsen") im Jahr 1124 fassbar. Doch ist davon auszugehen, dass bereits zu Zeiten Kaiser Karls des Großen an dieser Stelle eine Siedlung bestand. Um 800 trieb Karl der Große den Landesausbau voran und siedelte in der Region Siedler aus Sachsen an. Seußling war seit jeher die Pfarrkirche der Sassanfahrter Einwohner. Nicht nur der heutige Ortsname "Sassanfahrt" weist also auf eine Gründung durch Sachsen an einer Furt über die Regnitz hin.

Korbmacher 1916Im Jahr 1315 wird der Ort vom Bamberger Bischof Wulfing, zu dessen Bistum Sassanfahrt schon seit dem 12. Jahrhundert gehörte, an den Grafen Gottfried von Brauneck-Hohenlohe übereignet. Doch schon 40 Jahre später geriet der Ort an diejenige Herrschaft, die ihre Geschichte fortan bestimmen sollte: die ritterschaftliche Familie von Stiebar.


Zu diesem Zeitpunkt bestand Sassanfahrt aus einem Schloss und fünf Höfen, diese Ortsgröße sollte sich in den nächsten Jahrhunderten kaum verändern. Nach dem Dreißigjährigen Krieg geriet das Gut in den Besitz von Gottfried von Schlammersdorf, dessen Herrschaftsgebiet neben Sassanfahrt und Köttmansdorf noch Höfe und Ländereien in 14 weiteren Dörfern umfasste. Im 18. Jahrhundert verfügte kurzzeitig die Krafft Crailsheimische Fideikommiß-Administration über Sassanfahrt, bevor dann im Jahr 1784 der Geheime Rat und spätere Reichsgraf Julius Friedrich Heinrich von Soden das Rittergut erwarb.
Das Schlossgebäude ist schon von außen als zweigeteilter Bau zu erkennen. Der ältere Teil besteht aus einem kubusartigen dreigeschossigen Baukörper mit Walmdach. Ein jüngerer, zweigeschossiger Gebäudeteil von gleicher Höhe mit Walmdach wurde südlich angebaut. Am Dachstuhl ist das Zusammentreffen der beiden Baukörper besonders gut nachvollziehbar. Im neuen Teil wurde ein sich über zwei Raumhöhen erstreckender Saal eingerichtet. Ein Schmuckstück ist die im 19. Jahrhundert errichtete hölzerne Hohlspindeltreppe, die diese frühneuzeitlich anmutende Treppenvariante mit der Formensprache früher Industriebauten aus Gusseisen verbindet.




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Markt Hirschaid
Schloss Sassanfahrt
Schlossplatz 1 | 96114 Hirschaid-Sassanfahrt | Tel.: 09543 / 440187-0 | annette.schaefer@hirschaid.de
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